Wenn der Stoff zu knapp ist, wirft jede Falte zu wenig
Ein weiteres Kriterium ist die Nutzung der Fenster. Werden beide Fenster häufig gleichzeitig geöffnet, zum Beispiel zum Lüften, empfiehlt sich eine einzige Bahn, die sich leicht zur Seite schieben lässt. Sind die Fenster jedoch unterschiedlich groß oder haben unterschiedliche Funktionen – etwa ein feststehendes Element und ein zu öffnendes –, können zwei getrennte Bahnen praktischer sein. In diesem Fall lässt sich jedes Fenster separat beschatten oder freigeben, ohne dass der Stoff des anderen Fensters gestört wird.<br>
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Schlaufen und Kräuselband: zwei klassische Gegenspiel<br>
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Viele unterschätzen, dass Polsterstoffe in Bahnen geliefert werden. Die Bahnenbreite liegt meist zwischen 140 und 160 Zentimetern. Bei einem Sofa, das breiter ist als eine Bahn, entstehen Verschnitt und Nahtzugaben. Wer vor der Fensterfront sitzt, sieht jede Naht im Streiflicht. Deshalb sollten die Bahnen so gelegt werden, dass die Naht nicht in der Mitte der Sitzfläche verläuft. Ein weiterer typischer Fehler: Der Stoff wird nach der reinen Sitzfläche berechnet, aber die Rückenlehne und die Armlehnen werden vergessen. Bei einem Sofa mit hoher Lehne kann das schnell die Hälfte des benötigten Materials ausmachen.<br>
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Prüfen Sie nach dem Aufhängen, ob die Heizung noch gleichmäßig warm wird. Ein einfacher Test: Heizen Sie den Raum für zehn Minuten und fühlen Sie dann die Luft über der Heizung. Ist sie deutlich kühler als direkt an den Rippen, staut sich die Wärme. In diesem Fall hängen Sie den Vorhang höher oder kürzen ihn. Bei bodenlangen Vorhängen achten Sie darauf, dass genügend Abstand zur Heizung bleibt – mindestens fünf Zentimeter seitlich und nach vorne. So bleibt die Wärme dort, wo sie gebraucht wird: im Raum.<br>
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So berechnet man die richtige Stoffmenge Zuerst die Breite der Schiene oder Stange messen, nicht die Fensterbreite. Bei einer Stange mit Endstücken zählt die Länge zwischen den Endstücken, denn dort laufen die Ringe. Diese Zahl mit dem Rafffaktor multiplizieren. Ein Beispiel: 240 cm Schiene, mittelschwerer Stoff, Faktor 2, ergibt 480 cm Stoff. Diesen Wert durch die Stoffbreite des gewählten Materials teilen, um die Zahl der Bahnen zu bestimmen. Bei 140 cm Stoffbreite sind das vier Bahnen, die zusammengenäht werden. Die Nahtzugaben von je 2 cm pro Bahn nicht vergessen.<br>
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Wer sich die Faltenart aussuchen kann, sollte den Rafffaktor danach wählen. Faltenband mit Kräuselband braucht weniger Stoff, Faltenband mit Bleiband mehr. Faltenlegebänder mit festen Faltenabständen geben den Faktor oft vor. Wer eine Stange mit Ringen verwendet, kann den Stoff dichter schieben und so mit weniger Faktor arbeiten. Bei Schienen mit Gleitern ist der Spielraum kleiner.<br>
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So messen und hängen Sie den Vorhang richtig Messen Sie zuerst die Höhe der Heizung ab dem Boden. Notieren Sie die Oberkante der Heizungsrippen. Dann messen Sie die gewünschte Vorhanglänge ab der Schiene oder Stange. Ziehen Sie von diesem Maß die Höhe der Heizung ab und planen Sie den genannten Abstand ein. Ein Beispiel: Ist die Heizung 80 cm hoch und der Raum 250 cm, sollte der Vorhang nicht länger als 65 bis 70 cm sein, wenn er über der Heizung enden soll. Für bodenlange Vorhänge wählen Sie stattdessen eine Länge, die seitlich an der Heizung vorbeiführt – das funktioniert nur, wenn der Vorhang breit genug ist und nicht direkt über den Rippen hängt.<br>
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Typische Fehler sind: den Vorhang zu knapp über der Heizung enden zu lassen, ihn direkt auf die Heizung zu legen oder eine zu schmale Gardine zu wählen, die die warme Luft seitlich einschließt. Auch ein zu dichter Stoff vor der Heizung ist problematisch, weil er die Wärme reflektiert. Besser sind leichte, luftdurchlässige Materialien oder ein Vorhang, der nur die Seiten der Heizung verdeckt. Wer auf optische Trennung nicht verzichten will, kann mit einem Faltenwurf arbeiten, der die Heizung teilweise freigibt.<br>
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Ein häufiger Fehler ist das Messen der Fensterbreite statt der Schienenbreite. Ein anderer: den Rafffaktor auf die fertige Vorhangbreite anwenden statt auf die Schienenbreite. Wer zwei Vorhanghälften plant, muss jede Hälfte einzeln berechnen. Bei geteiltem Vorhang bekommt jede Hälfte die Hälfte der Gesamtstoffmenge plus eine Nahtzugabe, nicht die Hälfte der Schienenbreite mal Faktor.<br>
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Die Faustregel lautet: Ein Vorhang braucht mindestens das Anderthalbfache, besser das Zwei- bis Zweieinhalbfache der Fensterbreite. Bei einer Fensterbreite von 200 cm bedeutet das 300 bis 500 cm Stoff. Wer weniger nimmt, bekommt einen glatten, gespannten Behang, der eher wie ein Rollo wirkt als wie ein Vorhang. Wer deutlich mehr nimmt, verschenkt Geld und Stoff, ohne dass die Falten schöner werden.<br>
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Ein Vorhang vor der Heizung sieht ordentlich aus, kann aber die Heizkosten in die Höhe treiben. Das Problem ist nicht der Vorhang selbst, sondern seine Länge und Position. Wenn der Stoff die Heizung verdeckt oder direkt über ihr endet, staut sich die warme Luft dahinter. Die Wärme gelangt nicht in den Raum, sondern heizt die Wand und den Vorhang auf. Die Folge: Der Raum wird langsamer warm, der Thermostat dreht weiter auf, und am Ende zahlt man mehr.





